Kostenlose Apps bergen häufiger Datenrisiko

7. November 2012

Wer sich kostenlose Apps herunterlädt, sollte dies nicht als wohltätige Zuwendung der Programmierer empfinden. Fast immer „bezahlt“ der Nutzer mit Zugriffsrechten auf seine Daten. Nach einer Untersuchung des Netzdienstleisters Juniper Networks besteht bei kostenlosen Apps, die auf Basis der Android-Plattform operieren, ein erhöhtes Risiko für die Daten der Verbraucher. Diese greifen nach Erkenntnissen der Studie besonders häufig auf Standortdaten und Adressbücher der Nutzer zu, häufig ohne funktionelle Notwendigkeit und/oder vorherige Information des Verbrauchers. Juniper analysierte nach eigenen Angaben zwischen März 2011 und September 2012 circa 1,7 Millionen kostenlose und kostenpflichtige Apps unterschiedlicher Themenbereiche des Android-basierten Google Play Markets. Als besonders gefährliche Apps wurden dabei Renn- und Kartenspiele ausgemacht, die auffällig häufig nach SMS- und Anruf-Rechten griffen. Dabei war es jedoch unerheblich, ob diese kostenlos oder kostenpflichtig seien. Ganze 99% der kostenpflichtigen Rennspiele reklamierten unbegründet SMS-Rechts für sich. Dem gegenüber waren es noch ganze 92% bei den kostenlosen. Auch kostenlose Casino-Apps gerieten ins Visier der Untersuchung. 84% forderten unbegründet SMS-Rechte ein, 94% Anruf-Rechte und 84% Kamera-Rechte.

Juniper empfiehlt den Nutzern von Apps vor der Installation abzuwägen, ob die nicht abdingbare Zulassung der Zugriffsrechte durch die schlichte Installation der Apps tatsächlich hingenommen werden wolle oder ob es angesichts der undurchsichtigen Praktiken der Programme nicht von einer Installation Abstand genommen werden solle. Nutzer von iOS-Apps sollten sich angesichts der Ergebnisse der Studie jedoch nicht in Sicherheit wähnen. Eine Untersuchung der Apple-Apps war schlicht nicht möglich, da diese die untersuchten Informationen der Apps schon gar nicht zur Verfügung stellen.

Kategorien: Mobile Business
Schlagwörter: ,