Rüstungskonzern Raytheon entwickelt „Stalking-Software“

17. Februar 2013

Der us-amerikanische Rüstungskonzern Raytheon, eigentlich spezialisiert auf die Entwicklung und Herstellung von Marschflugkörpern, Torpedos und Radarsystemen, lässt mit einer Softwareentwicklung aufhorchen, die jeden ambitionierten Stalker begeistern dürfte. Die Anwendung mit dem Namen Riot (eine Abkürzung für Rapid Information Overlay Technology) recherchiert und analysiert Tagesabläufe, soziale Kontakte und Beziehungen von Zielpersonen anhand von Daten aus sozialen Netzwerken wie wie Facebook, Twitter und Foursquare. Dazu liest das Programm zum Beispiel Ortungsdaten aus den Profilen der Personen und, wenn solche nicht durch den Nutzer explizit veröffentlicht worden sind, Metadaten aus veröffentlichten Fotos. Dazu werden aus den Kontakten aufwendige Netzwerke rekonstruiert, die Beziehungen offenlegen.

Aufgefallen war die Präsentation der Software nach einem Bericht des englischen „Guardian“. Dieser bezieht sich auf ein Werbevideo von Raytheon in welchem ein Mitarbeiter die Vorzüge des Programms unter anderem wie folgt anpreist: „Wenn Sie Nick treffen wollen oder Zugriff auf sein Laptop brauchen, wäre Montagmorgen 6 Uhr im Fitnessstudio die beste Zeit dafür.“

Das Programm wid derzeit allerdings noch nicht verkauft. Nach einem Bericht des Virtuellen Datenschutzbüros besteht aber zum Beispiel Interesse an einem solchen Programm von Seiten der Schufa. Diese erhofft sich, durch die automatisierte Auswertung von Netzwerk-Tätigkeiten durch Personen, Rückschlüsse auf deren Kreditwürdigkeit ziehen zu können.

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