BSI-Informationspaket zum sicheren Einsatz generativer KI im Unternehmen

Die geschäftliche Nutzung generativer Künstlicher Intelligenz bringt neben Effizienzgewinnen erhebliche Herausforderungen für den Datenschutz, die Informationssicherheit und die rechtliche Compliance mit sich. Um Organisationen bei der Bewältigung dieser Aufgaben zu unterstützen, hat der Expertenkreis KI-Sicherheit der Allianz für Cyber-Sicherheit beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ein umfassendes Informationspaket veröffentlicht. Dieser Beitrag beleuchtet die Kerninhalte der Veröffentlichung und zeigt auf, welche organisatorischen Schutzmaßnahmen für Unternehmen beim KI Einsatz im betrieblichen Alltag relevant sind.

Zielsetzung und Zielgruppen des BSI-Informationspakets

Das Informationspaket zielt darauf ab, eine verlässliche Grundlage für den risikoarmen Einsatz von generativer KI zu schaffen. Der inhaltliche Fokus liegt auf der zielgruppengerechten Sensibilisierung sowie Schulung von Beschäftigten und Entscheidungstragenden. Thematisch ordnen sich die Initiativen der Allianz für Cyber-Sicherheit in die drei Schwerpunkte

  • Sicherheit durch KI,
  • Gefährdung durch KI sowie
  • Sicherheit für KI ein.

Das Hilfsangebot richtet sich insbesondere an kleine und mittelgroße Unternehmen sowie Behörden, die oft nur über begrenzte eigene Ressourcen zur KI-Regulierung und Mitarbeiterschulung verfügen.

Modularer Aufbau der Schulungs- und Leitungsmaterialien

Strukturell setzt sich das Informationspaket aus vier aufeinander abgestimmten Komponenten zusammen, die neben Empfehlungen für Führungskräfte auch konkrete Schulungsmaterialien umfassen. Den Kern bilden modular strukturierte Präsentationsfolien, die flexibel für Vorträge oder das Selbststudium zusammengestellt werden können. Diese Schulungsunterlagen decken ein breites Spektrum ab, das von technologischen Grundlagen über regulatorische Anforderungen und Transparenzpflichten bis hin zu praktischen Risikohinweisen und Prompting-Empfehlungen reicht. Ergänzt werden die Foliensätze durch eine Handreichung für Schulungsverantwortliche sowie ein prägnantes Merkblatt mit den wichtigsten Grundsätzen. Die Dokumente für die Leitungsebene unterstützen Führungskräfte dabei, anwendungsfallbezogene Regeln aufzustellen und spezifische Bedrohungen wie den Abfluss sensibler Daten oder manipulative Eingaben frühzeitig zu erkennen.

Organisatorischer Handlungsbedarf für Unternehmen

Aus Datenschutz- und Compliance-Perspektive erfordert die Einführung generativer KI-Systeme klare betriebliche Steuerungsprozesse. Das BSI empfiehlt Organisationen die Ausarbeitung einer übergeordneten KI-Strategie sowie den Erlass verbindlicher KI-Richtlinien unter Berücksichtigung geltender Gesetze wie der DSGVO oder der KI-VO. Zudem sollten interne Zuständigkeiten durch die Benennung von Verantwortlichen eindeutig geregelt werden. Eine zentrale Voraussetzung für die Risikokontrolle bildet die Führung einer vollständigen Übersicht aller im Unternehmen eingesetzten KI-Anwendungen und -Modelle. Sämtliche Beschäftigte, die KI-Werkzeuge im Arbeitsalltag nutzen, müssen verbindlich geschult und für den datenschutzgerechten Umgang sensibilisiert werden (KI-Kompetenz).

Schlussfolgerungen für die Praxis

Für die Praxis empfiehlt sich daher bei der Implementierung neuer KI-Anwendungen ein schrittweises und strukturiertes Vorgehen. Vor der Freigabe eines Dienstes muss zunächst der konkrete Anwendungsfall definiert und eine zugeschnittene Risikoanalyse durchgeführt werden. Aus den identifizierten Risiken lassen sich anschlussfähig Anforderungskriterien für die Auswahl geeigneter KI-Modelle ableiten. Verbleibende Restrisiken müssen darüber hinaus durch technische Schutzmaßnahmen bei der Systemintegration oder durch organisatorische Verhaltensregeln für die Endnutzenden minimiert werden.

Fazit

Das BSI-Informationspaket bietet Organisationen eine fundierte Orientierung, um generative KI-Systeme datenschutzkonform und sicher in die betrieblichen Abläufe zu integrieren. Durch die Kombination aus Leitfäden für Führungskräfte, Schulungsmodulen und organisatorischen Schutzmaßnahmen können Unternehmen mithilfe der BSI Materialien Compliance-Risiken minimieren sowie die Belegschaft wirksam für den verantwortungsvollen Umgang mit KI-Technologien qualifizieren.

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