IfW-Präsident Snower fordert Eigentumsrechte an Daten für Nutzer von sozialen Netzwerken

14. Januar 2019

Der Ökonom Dennis Snower vergleicht das Verhältnis zwischen dem Online-Business und den Nutzern mit moderner Sklaverei. „Wir generieren eine Unmenge an Daten, die nicht uns gehören, sondern den Netzwerken“, sagte der Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) der Deutschen Presse-Agentur. „Die großen digitalen Netzwerke werden immens reich, so wie es die Sklavenbesitzer einst geworden sind.“

Snower forderte: „Nutzer müssen mehr und mehr Rechte über die Nutzung ihrer Daten bekommen.“ Das Ziel solle sein, „dass sie ein Eigentumsrecht an allen Daten haben, die sie generieren.“ Diese Daten könnten sie dann freiwillig weitergeben an jene, die sie haben wollten – unentgeltlich oder zu einem Preis. Damit würde sich das gesamte Businessmodell bei Google und Facebook komplett ändern. Technologische Lösungen für ein solches Modell existierten bereits.

Für die digitale Zukunft der Welt sieht der Präsident des IfW Europa mit Deutschland an der Spitze in einer Schlüsselverantwortung. „Es geht um sehr, sehr viel, um das Regime des neuen digitalen Zeitalters und damit letztlich auch um die Demokratie“, sagte der Ökonom.
Die von China auf der einen und den US-Weltkonzernen auf der anderen Seite verkörperten Systeme gingen in eine falsche Richtung und seien gefährlich für die liberale Demokratie, mahnte Snower. Dagegen habe Europa mit der DSGVO den richtigen Weg eingeschlagen, welcher weltweit implementiert werden sollte. Dabei könne Deutschland eine zentrale Rolle spielen.

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