LUCA APP – die Lösung für die Zettelwirtschaft?

12. März 2021

„Luca App“ (im Folgenden Luca) – so heißt die neue App im Corona-Universum.
Hinter dieser App steckt die Idee, den Aufwand zur Kontaktnachverfolgung nach Restaurant-, Hotel- oder Konzertbesuchen für alle Parteien einfacher zu gestalten. Ziel ist es, dass Besucher ihre personenbezogenen Daten – Name, Adresse und Telefonnummer – nicht mehr in Listen eintragen müssen, sodass Luca die bisherige Zettelwirtschaft ablösen kann.

Die händisch eingetragenen Daten hatten zudem den Nachteil, dass diese nicht zuletzt wegen unleserlicher oder ausgedachter Kontaktadressen für die Gesundheitsämter meist wenig hilfreich waren. Die personenbezogenen Daten werden von Luca für 14 Tage gespeichert und können, sofern der Nutzer einwilligt, im Falle einer Infektion mit COVID19 dem zuständigen Gesundheitsamt zur Verfügung gestellt werden.

Luca kann kostenlos im Google Play Store und im Apple App Store heruntergeladen werden. Bei der Registrierung muss der Nutzer den Namen, die Adresse und die Telefonnummer angeben. Laut Hersteller werden die Daten anonym und verschlüsselt gespeichert. Das heißt: Dritte, wie Restaurantbetreiber, können die Angaben nicht einsehen.

Erfolgt eine Infektions-Meldung an das Gesundheitsamt, wird die betroffene Person kontaktiert. Sodann geben Infizierte, sofern sie dazu einwilligt haben, in Luca via TAN ihre Historie, sprich die Orte und Veranstaltungseinrichtungen, die sie besucht haben, an das Gesundheitsamt frei. Das zuständige Gesundheitsamt entschlüsselt die Historie und erhält Informationen über die Aufenthaltsorte der letzten 14 Tage. Anschließend werden betroffene Veranstaltungsorte vom Gesundheitsamt kontaktiert und aufgefordert, die zeitlich relevanten Check-Ins über das Luca-System freizugeben. Die Check-Ins werden vom Gesundheitsamt entschlüsselt, wodurch eine schnelle wie auch lückenlose Nachverfolgung der Kontaktpersonen eingeleitet werden kann. Gehört eine Person zur Kontaktgruppe, wird sie vom Gesundheitsamt informiert.

Die Entwickler der Luca App versprechen höchste Datensicherheit. Die dezentral gespeicherten Nutzerdaten können nur von den Gesundheitsämtern, nicht aber von den Gastgebern, der App oder Dritten ausgelesen werden. „Wir haben frühzeitig die Datenschützer mit ins Boot geholt – es hilft ja niemandem etwas, wenn wir erst etwas entwickeln, das von den Datenschützern so nicht abgenickt wird.“ Die App könne nur dann beim Weg aus dem Lockdown helfen, wenn alle Beteiligten die App auch gut finden, alle bereit seien, diese auch zu benutzen. „Daher finden wir es wichtig, dass Luca positiv besetzt ist. Es sollen für Betreiber und Gäste keine Kosten entstehen, niemand muss Angst um seine Daten haben.“

Smudo, Rapper der Fantastischen Vier und unter anderem Mitwirkender der App, beteuert, dass die Luca-App nicht als Konkurrenz zur Warn-App des Bundes geplant ist. „Das sind zwei ganz verschiedene Dinge“, Rapper Smudo, „Die Warn-App sei eine Art passives Risiko-Radar, Luca erleichtere hingegen die Arbeit der Gesundheitsämter.“