Facebook installiert neues Tracking-Verfahren

4. Februar 2013

Eines der datenschutzrechtlich relevantesten Verfahren hinsichtlich der Effektuierung von kundenspezifischer Werbung ist das sogenannte Tracking. Dabei werden Tracking-Cookies verwendet, kleine Datenmengen, die sich beim Surfen auf einer Seite auf dem Rechner ablegen, ohne dass der Nutzer hiervon zumeist Kenntnis nimmt. Diese ermöglichen dem Werbetreibenden, den Nutzer auf danach besuchten Seiten wieder zu erkennen und dementsprechende werberelevante Rückschlüsse auf dessen Interessen zu schließen. Mittlerweile, wohl auch aufgrund der fortschreitenden datenschutzrechtlichen Sensibilisierung der Nutzer, bestehen einfach zu bedienende Maßnahmen zur Löschung oder Sperrung dieser Cookies.

Das marktführende soziale Netzwerk Facebook hat nun nach einem Bericht von heise.de eine neue Methode mit dem Namen „Optimized CPM“ installiert, die diese Maßnahmen potentiell umgehen kann. Das neue Tracking soll über die Facebook-ID stattfinden und so die vorhandenen Sicherungsmaßnahmen gegen Cookies faktisch ins Leere laufen lassen. Denn im Gegensatz zu den Lösch- und Sperrmöglichkeiten hinsichtlich der Cookies, bestehen diese für die Facebook-ID nicht. So können Nutzer auch browser- oder endgeräteübergreifend identifiziert werden. Facebook erhofft sich durch diese Neuerung, den Werbekunden noch detailliertere Informationen über das Surfverhalten der Nutzer zur Verfügung stellen zu können. Die neue Methode lässt zudem erkennen, welche Handlungen Facebook-User nach dem Klick auf eine Anzeige bei Facebook vornehmen. Der Werbekunde kann so erkennen, ob die von ihm geschaltete Werbung zu den erwünschten Reaktionen der Kunden führt.

Facebook ist dabei jedoch auf die „Mitwirkung“ seiner Nutzer angewiesen. Denn loggt sich ein User, entgegen der nach Angaben von Facebook üblichen Praxis, nach Beendigung seiner Nutzung aus dem Social-Network aus, ist eine weitere Verfolgung ausgeschlossen.