Bundespolizei hat laut Aussage des Chaos Computer Clubs Bericht über Gesichtserkennung geschönt

23. Oktober 2018

Nach Angaben der Bundespolizei und des Bundesinnenministeriums ist das Pilotprojekt zur Gesichtserkennung am Berliner Bahnhof „Südkreuz“ ein voller Erfolg.

Der Chaos Computer Club (CCC) hat dem widersprochen und die Ergebnisse als „absichtlich geschönigt“ bezeichnet. Das getestete System hätte kein akzeptables Ergebnis gebracht. Die Resultate seien „manipuliert worden um sie nicht ganz so desaströs aussehen zu lassen.“

Die behauptete Erkennungsrate von durchschnittlich 80% ergebe sich nur, wenn „alle drei getesteten Systeme die vorbeilaufenden Menschen erfassen und jeweils softwareseitig auswerten“ ,erläuterte der CCC. Keines der getesteten Systeme habe diese Trefferquote alleine erreicht. Das durchschnittliche Ergebnis des Versuchs für das beste Testsystem habe eine Erkennungsrate von 68, 5 Prozent erreicht. Das schlechteste der drei Anbieter habe sogar nur eine Trefferquote von 18,9 Prozent erreicht.

Solche Erkennungsraten seien für den geplanten Abgleich mit polizeilichen Datenbanken „völlig unbrauchbar.“ Der CCC wirft der Bundespolizei vor, dass wissenschaftliche Standards missachtet worden seien und fordert das „unnütze und  teure Sicherheitstheater unverzüglich einzustellen.“

 

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