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Brasilien/USA: Tracking von Schülern durch RFID-Chips

3. Dezember 2012
Medienberichten zufolge werden seit Beginn des laufenden Schuljahres im brasilianischen Bundesstaat Bahia rund 20.000 Kinder mit Schuluniformen ausgestattet, die mit einem eingenähtem RFID-Chip versehen sind. Der Chip erkenne dabei, ob das Kind sich auf dem Schulgelände aufhält oder nicht. Bei fehlender Anwesenheit würden die Eltern per SMS benachrichtigt. Zusätzlich sei eine Warnfunktion möglich, wenn die Kinder 20 Minuten nach Unterrichtsbeginn noch nicht auf dem Schulgelände sind. Für 2013 sei anvisiert, dass alle Schüler in Bahia zwischen vier und vierzehn Jahren eine solche „Überwachungs-Uniform“ tragen. Ein ähnliches System hat sich dem Bericht zufolge bereits im Schulbezirk in San Antonio/Texas etabliert, wo alle Schüler seit diesem Herbst Ausweiskarten mit RFID-Chips um den Hals tragen müssen. Auf den Karten stehen Name und Sozialversicherungsnummer der Schüler sowie ein Foto. Hintergrund dessen sei die staatliche Förderung von Schulen, die davon abhängig sei, wie viele Schüler im Unterricht erscheinen. Ein Schulbezirk bekomme für jeden Schüler Geld vom Staat – aber nur dann, wenn die Schüler auch wirklich zur Schule gehen.
Es bleibt aus datenschutzrechtlicher Sicht zu hoffen, dass sich entsprechende Tracking-Methoden nicht weiter durchsetzen. Auch sind die tatsächlichen Bedenken, dass durch diese Technologien das Schulschwänzen nur erleichtert werde,  z.B. wenn ein Klassenkamerad das mit Chip versehene Kleidungsstück oder die Ausweiskarte auf das Schulgelände verbringt, nicht von der Hand zu weisen.