Schlagwort: Schule

WhatsApp gehört nicht an die Schule

20. Februar 2018

An einer Grundschule in Thüringen wurden Eltern dazu aufgerufen, den Messenger-Dienst WhatsApp zu nutzen. Andere Eltern wiederum sahen darin datenschutzrechtliche Probleme und baten die Aufsichtsbehörde, dies zu überprüfen.

Die Elternsprecherversammlung hatte vor, die Kommunikation der Eltern untereinander auf Basis von WhatsApp zu organisieren. Hinweise oder Erklärungen zu möglichen rechtlichen Folgen und Hintergründen rund um die Nutzung von WhatsApp gab es dabei nicht. Die Aufsichtsbehörde entschied auf das Ersuchen der Eltern hin, die sich weigerten, WhatsApp zur Kommunikation zu nutzen, dass WhatsApp nicht an die Schulen gehört. Neben den Lehrern und den Verwaltungskräften an den Schulen haben auch die Eltern Datenschutzgesetze zu beachten, wenn sie schulische Aufgaben mit wahrnehmen.

Bereits im Mai 2017 hatte sich Datenschutzbeauftragte von Rheinland-Pfalz darauf hingewiesen, dass WhatsApp zu schulischen Zwecken nicht geeignet ist. Sollten Lehrer es für notwendig erachten, über Messenger mit Eltern, Schülerinnen und Schülern zu kommunizieren, kommen nur europäische Anbieter in Betracht, die eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung anbieten (z.B. Signal 2.0, Pidgin/OTR, SIMSme).

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CDU-Landtagsfraktion fordert Datenschutzaufklärung in Schulen

28. Februar 2013

Welchen Stellenwert das Thema Datenschutz gerade auch für junge Menschen hat, vergegenwärtigt sich meist erst dann, wenn man sich das soziale Verhalten der gerade schulpflichtigen Generation betrachtet. Längst haben Facebook, WhatsApp & Co. die „analogen“ Freundschaftsbücher und Briefkontakte abgelöst. Was vor wenigen Jahren noch als Denunziation von Mitschülern mit Edding an die Wand der Sportumkleide geschmiert wurde und dort nur wenige Betrachter fand, findet sich heute auf Pinnwänden in sozialen Netzwerken wieder und wird schlagartig einer breiten Masse bekannt, ohne, dass ein wütender Hausmeister den Verantwortlichen mit Scheuermittel dazu bringen kann, es endgültig zu löschen.

Wohl gerade das Verständnis dafür, dass Datenschutz keine Thematik ist, die erst mit dem Eintritt in das Alter von Onlinebanking oder Kreditkartennummern relevant wird, dürften den Vorsitzenden der CDU-Landtagsfraktion aus Baden-Württemberg, Peter Hauk, und den netzpolitischen Sprecher der Fraktion, Andreas Deuschle, dazu veranlasst haben, die aktuelle grün-rote Landesregierung dazu aufzufordern, die Themen soziale Medien, Datenschutz, Medienkunde und Medienkompetenz verstärkt in das Schulfach „Informatik“ einzubinden. Ziel des Vorstoßes ist es laut einem Bericht von Heise, Eltern und Jugendliche für die Thematik zu sensibilisieren. Datenschutz sei grundsätzlich ein zunehmend an Bedeutung gewinnendes Thema. Gerade im Rahmen der Kriminalitätsbekämpfung seien jedoch klare Grenzen zu ziehen. Die häufig diskutierte Notwendigkeit eines Klarnamenzwangs in sozialen Netzwerken lehnten sie jedoch ab. Vielmehr sei erstrebenswert, die Möglichkeit der endgültigen Löschung von veröffentlichten Daten in diesen zu gewährleisten und die allgemeinen Geschäftsbedingungen transparenter auszugestalten.