Schlagwort: Erpresser-Malware

Ermittlungsverfahren gegen Blogger von Netzpolitik.org wegen Landesverrat gestoppt

31. Juli 2015

Einem Bericht der Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) zufolge, wird der Generalsbundesanwalt Harald Range die Ermittlungen gegen zwei Journalisten und Blogger von Netzpolitik.org vorerst ruhen lassen. Range teilte der FAZ mit, dass er „mit Blick auf das hohe Gut der Presse- und Meinungsfreiheit“ von nach der Strafprozessordnung möglichen Exekutivemaßnahmen absehen werde. Es müsse zunächst ein externes Sachverständigengutachten eingeholt werden, um die Frage zu klären, ob es sich bei den Veröffentlichungen um die Bekanntgabe eines Staatsgeheimnisses handele. Dies hätte nur in einem förmlichen Ermittlungsverfahren eingeholt werden können. Bis zum Erhalt dieses Gutachtens sollen keine weiteren Schritte eingeleitet werden.

Am Donnerstagabend war bekannt geworden, dass ein Ermittlungsverfahren gegen die Blogger Markus Beckedahl und Andre Meister von Netzpolitik.org wegen des Verdachts auf Landesverrat eingeleitet worden war. Grund für die Einleitung dieses Ermittlungsverfahrens war das Bekanntwerden eines als geheim eingestuften Budjetplans für das Bundesamt für Verfassungsschutz, den Netzpolitik.org vollständig veröffentlicht und in zwei unterschiedlichen Artikeln erläuert hat. Das vertrauliche Dokument beinhaltete insbesondere das Budjet, welches dem Verfassungsschutz für Massendatenerfassungen in sozialen Netzwerken zur Verfügung steht. Einem Bericht der Süddeutsche Zeitung zufolge, stellte Georg Maaßen, Chef des Verfassungsschutzes, nach der Veröffentlichung Strafanzeige beim Landeskriminalamt in Berlin. Dieses habe den Fall an die Bundesanwaltschaft übergeben.

Die Einleitung des Ermittlungsverfahrens durch den Generalbundesanwalt habe in den sozialen Medien zu einer Solidaritätswelle geführt. Viele Nutzer in den sozialen Netzwerken würden den Blog unterstützen, so die FAZ. Des weiteren schreibt die Zeitung, dass auch in der Politik heftige Kritik zu dem Vorgehen des Generalbundesanwalts geäußert worden sei. Der stellvertretende Bundesvorsitzende der FDP, Wolfgang Kubicki, sehe beispielsweise in den Ermittlungen einen Angriff auf den Rechtsstaat. Gleichzeitig habe er aber auch seine Empörung darüber geäußert, dass gegen das massenhafte Ausspähen der NSA nicht vorgegangen werde.

Kaspersky: Warnung vor Erpresser-Malware Zerolocker

27. August 2014

Das Softwareunternehmen Kaspersky hat eine neue Erpresser-Malware für Windows namens Zerolocker entdeckt, vor der nun öffentlich gewarnt wird. Diese Malware könne Dateien mit einem starken Algorithmus verschlüsseln. Zerolocker gehe dabei nicht selektiv vor, sondern verschlüssele unabhängig vom Dateityp nahezu alle Dateien eines betroffenen Systems. In einem zweiten Schritt werde dann Lösegeld für die Entschlüsselung erpresst, wobei die Täter einen Nachlass auf das Lösegeld gewähren, wenn das Opfer innerhalb eines Zeitraums von fünf Tagen nach der Infektion einen Schlüssel für die Freigabe seiner Dateien kauft. Nach Ablauf der Frist verdoppele sich der Preis für den Schlüssel auf 600 US-Dollar. Ab dem zehnten Tag nach der Infektion sollen die Cyberkriminellen sogar 1000 US-Dollar verlangen. Offiziell werde davon abgeraten, ein Lösegeld zu zahlen. Aufgrund eines Fehlers in Zerolocker seien die Täter wahrscheinlich nicht in der Lage, einen korrekten Schlüssel für die Entschlüsselung zu liefern.

 

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