Schlagwort: Ransomware

Hardware-Hersteller Nvidia Opfer von Cyber-Attacke geworden

4. März 2022

Der US-amerikanische Hardware-Hersteller Nvidia scheint Opfer einer Cyber-Attacke geworden zu sein. Ein Sprecher von Nvidia bestätigte den Angriff. Man gehe momentan nicht davon aus, dass ein Zusammenhang zum Ukraine-Konflikt bestünde.

Hinter dem Angriff steckt wohl die südamerikanische Ransomware-Gruppe „Lapsus$“. Diese war in den letzten Monaten für mehrere Cyber-Angriffe verantwortlich, u.a. auch für den auf den größten portugiesischen Medienkonzern Impresa. Die Gruppe gibt an, von Nvidia rund 1 TB an Daten erlangt zu haben. Erste Daten, darunter Anmeldedaten von Mitarbeitern, wurden im Netz veröffentlicht. „Lapsus$“ verlangt von Nvidia, eine bestimmte Limitierung an von ihnen hergestellten Grafikkarten (betreffend das Schürfen von Kryptowährung) zu entfernen. Sollte Nvidia dem nicht nachkommen, sollen weitere interne Daten veröffentlicht werden.

Weiterhin veröffentlichte die Gruppe eine Stellungnahme, in der sie berichteten, Nvidia habe ihren Angriff direkt zurück verfolgen können und die dort gefundenen Daten verschlüsselt. Jedoch habe man die Daten vor der Verschlüsselung bereits kopieren können.

Nvidia arbeitet momentan daran, die Details des Angriffs zu untersuchen. Ransomware (ein Schadprogramm, das als Erpressungssoftware benutzt wird) wurde laut eigenen Angaben bei Nvidia bisher nicht entdeckt.

Ransomware-Angriff trifft portugiesischen Medienkonzern

3. Januar 2022

Der größte Medienkonzern Portugals, Impresa, wurde über die Neujahrstage Opfer eines Ransomware-Angriffs. Betroffen sind die Kanäle des landesweit größten Fernsehsenders SIC, sowie Portugals Wochenzeitung Expresso. Konkret handel es sich dabei um die Webseiten und Streaming-Services, das Fernsehprogramm von SIC funktioniert ungestört. Auch einige Accounts auf sozialen Medien sind von dem Angriff nicht betroffen, sodass Impresa momentan über den Facebook-Account von Expresso kommuniziert. Der Twitter-Account von Expresso scheint hingegen ebenfalls betroffen zu sein.

Laut The Record steckt hinter dem Angriff eine Gruppe namens „Lapsus$“. Zwischenzeitlich seien von der Gruppe auch Nachrichten und Lösegeldforderungen auf den Seiten von Impresa veröffentlicht worden. Die Gruppe selbst äußerte sich, sie habe kurzzeitig Zugriff auf den AWS-Account von Impresa gehabt. Bei dem Angriff wurde außerdem von der E-Mail-Adresse der Zeitschrift Expresso aus, eine Nachricht an Abonnentinnen und Abonnenten verschickt, in der es u.a. hieß, der Präsident Portugals sei seinem Amt enthoben worden. Diese Nachricht wurde in sozialen Medien bereits als Falschmeldung gekennzeichnet.

Bei diesem Vorfall handelt es sich um einen der größten IT-Sicherheitsvorfälle in der Geschichte Portugals. Um welche Ransomware es sich handelt, ist bisher nicht bekannt.

Die „Lapsus$“-Gruppe hatte erst Mitte Dezember das Gesundheitsministerium Brasiliens angegriffen. Bei diesem Angriff erbeuteten sie nach eigenen Aussagen 50 Terrabyte Daten. Durch den Ausfall der Seiten des Gesundheitsministeriums war für Brasilianer u.a. zeitweise kein Zugriff mehr auf ihre digitalen Impfzertifikate möglich.

Ransomware Locky lernt Deutsch und infiziert hierzulande jede Stunde 5000 Rechner

19. Februar 2016

Deutschland ist Weltmeister! Aber nicht nur im Fußball sondern, und dies ist für Betroffene kein Grund zur Freude, auch was die Zahl der Neuinfektionen mit dem Krypto-Trojaner Locky angeht, ist Deutschland an der Spitze. Mit stündlich über 5000 (!) Neuinfektionen verweisen wir die Niederlande (beim Fußball deutlich lieber gesehen) und die USA auf die Ränge zwei und drei. Da passt es, dass Locky Betroffenen in Deutschland die Lösegeldforderungen, statt wie bisher nur auf Englisch, nun auch auf Deutsch unterbreitet.

Ransomware wie Locky funktioniert dabei immer nach dem gleichen Prinzip. Einmal, bevorzugt per Email, unbemerkt ins System gelangt, beginnt das Schadprogramm sofort damit, sämtliche Dateien zu verschlüsseln. Teil des Erfolges ist dabei, dass sich das Programm zuerst solche Dateien vornimmt, die am längsten nicht geändert bzw. verwendet worden sind. So bleibt eine Infektion meist länger unbemerkt. Im schlimmsten Fall so lange, bis auch Backups infiziert sind. Betroffene werden sodann aufgefordert mittels TOR Kontakt zu den Kriminellen aufzunehmen und dann per Bitcoins einen Key zur Entschlüsselung zu „kaufen“. Durch den Einsatz anspruchsvoller Verschlüsselungstechnik wie RSA ist eine Entschlüsselung auf eigene Faust völlig aussichtslos.

Wie Nutzer berichten, gehen die Erpresser dabei immer zielgerichteter und perfider vor. Emails werden an mehrere Nutzer aus dem selben Unternehmen versandt. Wenn die Kollegen, mit denen man täglich Emails austauscht, mit in der Adress- oder Kopieleiste auftauchen, erhöht sich offensichtlich die Wahrscheinlichkeit deutlich, dass Empänger die Mails samt Anhang, gerne xls-Dateien, öffnen.

Besonders wichtig, neben der ständigen Aktualisierung der Systeme sowie einer ausgeklügelten Backup-Routine, ist deshalb die laufende Sensibilisierung der Mitarbeiter. Nur wenn das Bewusstsein geschaffen und laufend aufgefrischt wird, dass die Bedrohung durch infizierte Mails real und allgegenwärtig ist, ist ein wirksamer Schutz möglich. Die wirksamen Maßnahmen dürften dabei heutzutage wohl allen Nutzern eigentlich bekannt sein. 5000 Neuinfizierungen am Tag sprechen aber dafür, dass man sie nicht oft genug wiederholen kann:

1. Keine Mails von unbekannten Absendern öffnen.

2. Verdächtige Anhänge niemals öffnen sondern im Zweifel immer die IT-Verantwortlichen um Rat fragen.

3. Wachsam sein und den gesunden Menschenverstand einschalten: Eine Rechnung z.B. wird typischerweise nicht an viele Empfänger gleichzeitig und nicht als Word-Dokument verschickt.

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