Bundesinnenminister Thomas de Maizière für europäischen Datenaustausch

6. April 2016

Nach den Terroranschlägen von Brüssel hat sich Bundesninnenminister Thomas de Maizière (CDU) erneut für eine stärkere Verknüpfung der europäischen Behörden ausgesprochen. „Datenschutz ist schön, aber in Krisenzeiten wie diesen hat Sicherheit Vorrang“, konstatierte Bundesinnenminister Thomas de Maizière in den Tagesthemen der ARD. „An den Außengrenzen des Schengenraums sind zu viele Lücken.“ so de Maizière weiter, „Wir brauchen ein Ein- und Ausreiseregister für den Schengenraum.“ De Maizière reiht sich mit seinen Forderungen in eine traditionelle Riege seiner Amtsvorgänger ein, die mit ähnlichen Aussagen bereits den Datenschutz gegenüber den Sicherheitsaspekten zurück stehen lassen wollten. So hatte etwa Hans-Peter Friedrich (CDU) im Jahr 2013 den Begriff des „Supergrundrechts“ für die Sicherheit der Bürger intoniert und sich dabei seinerseits auf seinen Amtsvorgänger Otto Schily (SPD) und dessen Aussagen aus dem Jahr 1997 berufen. Gegenwind bekommt de Maizière unter anderem von Peter Schaar. Der ehemalige Bundesdatenschutzbeauftragte erklärte gegenüber dem Tagesspiegel: „Ich finde es falsch, den Datenschutz hier zum Prügelknaben zu machen“. Schaar konstatierte weiter, dass sofern es bei der Kooperation hapere, dies oft daran liege, dass „das Meldeverhalten der nationalen Behörden an europäische Institutionen, etwa an das Schengen-Informationssystem oder an Europol, von Land zu Land höchst unterschiedlich“ sei.