Kategorie: Hackerangriffe

Länderübergreifende Cybersicherheitstrategie gefordert

21. Januar 2019

Bürger, Unternehmen und Staat sollen mit einer länderübergreifenden Strategie für mehr Internet-Sicherheit besser gegen die zunehmende Bedrohung durch Cyberangriffe geschützt werden. Die Union forderte in einem der deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegenden Papier einen „Notfallplan, um innerhalb kurzer Zeit auf den Abfluss sensibler Daten, digitale Wirtschaftsspionagen oder Sabotage reagieren zu können“.

Darüber hinaus verlangen die Fraktionschefs von CDU und CSU in Brüssel in dem Entwurf für die am Montag endende zweitägige Konferenz, dass bundeseinheitliche gesetzliche Mindeststandards für die Sicherheit informationstechnischer Geräte benötigt werden. Gelten soll dies beispielsweise für Endverbraucher-Geräte wie Laptops und Mobiltelefone. Angebote sollen von Anbietern von Online-Diensten und Hersteller von Geräten so gestaltet werden, „dass ausreichend starke Passwörter von den Benutzern gewählt und diese regelmäßig geändert werden müssen“.

Weiter verlangt die Union härtere Strafen für Cyberkriminelle, indem das Strafrecht im Bereich der Cyberkriminalität ergänzt wird. Im Entwurf heißt es: “ Mit Abschreckung und hohem Verfolgungsdruck können Erfolge zum Schutz aller erzielt werden.“ Wenn es nach der Meinung der Fraktionschefs von CDU und CSU geht, soll es in allen Ländern zentrale Anlaufstellen für die Wirtschaft geben. Der direkte Informationsaustausch sowie schnelle Hilfe vor Ort sollen hier in den Fokus gerückt werden. Die Idee dahinter ist, dass Bundes- und Landesbehörden „finanziell, technisch, personell und infrastrukturell so ausgestaltet werden, dass Cyberangriffe schnellstmöglich erkannt, betroffene Kreise gewarnt und identifizierte Schwachstellen schnellstmöglich umgehend beseitigt werden können“. Dafür sollen von Bund und Ländern länderübergreifend regelmäßige Krisenmanagementübungen gemacht werden.

Datensatz mit gestohlenen Login-Informationen aufgetaucht

18. Januar 2019

Im Internet ist ein 87 Gigabyte großer Datensatz mit gestohlenen Login-Informationen aufgetaucht. Betroffen sind 773 Millionen E-Mailadressen und über 21 Millionen Passwörter.

Die Daten stammen nach ersten Informationen nicht aus einem einzelnen Hack, sondern sind aus verschiedenen zusammengetragen worden. Der Datensatz enthält Informationen von 12.000 Domains und verschiedenen Web-Diensten.

Die Existenz des Datensatzes wurde von dem australischen IT-Sicherheitsexperten Troy Hunt auf seiner Homepage publik gemacht, der den Datensatz als Collection #1. Der Experte schreibt, dass er zunächst von Bekannten auf den Datensatz aufmerksam gemacht worden ist und die Daten ursprünglich bei einem Filehosting-Anbieter verfügbar waren, wo sie inzwischen aber nicht mehr zu finden sind.

Sie haben die Möglichkeit selbst zu überprüfen, ob Ihre Daten betroffen sind. Zur Prüfung muss lediglich die eigene Adresse in das Suchfeld eingegeben und auf „pwned?“ geklickt werden. Der von dem australischen Sicherheitsforscher Troy Hunt veröffentlichte Dienst zur Überprüfung wird von dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) für vertrauenwürdig gehalten. Sollten Sie betroffen sein, wird empfohlen schnellstmöglich das Passwort zu ändern.

Update Hackerangriff: Verdächtiger festgenommen

8. Januar 2019

Ein Tatverdächtiger im Zusammenhang mit dem riesigen Datenklau wurde festgenommen und soll nach bisherigen Erkenntnissen Einzeltäter gewesen sein.

Rund tausend Politiker und Prominente waren von dem in die Schlagzeilen geratenen massiven Online-Angriff betroffen, sogar ganz persönliche Dinge standen von einigen Betroffenen im Internet.

Am Wochenende hatte das BKA bereits Wohnungen in Hessen und Baden-Württemberg durchsucht und zahlreiche Beweismittel beschlagnahmt. Am Sonntag wurde die Wohnung des Tatverdächtigen durchsucht und er vorläufig verhaftet. Nach Informationen der Welt soll der junge Mann (20) nach mehreren Vernehmungen geständig gewesen sein. Das BKA und die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main werden heute um 12 Uhr über das Ergebnis der Ermittlungen informieren. Der Verdächtige wurde inzwischen, mangels Haftgründen, aus der Untersuchungshaft entlassen.

Das inzwischen gesperrte Twitter-Konto @_0rbit wurde im Dezember 2018 als eine Art Adventskalender benutzt, indem jeden Tag ein Link zu neuen Daten online gestellt wurde. Zahlreiche personenbezogene Daten von Politikern und Prominenten waren betroffen. Einige Daten wurden bereits vorher veröffentlicht. Bekannt wurde das Ganze jedoch erst im neuen Jahr.

Überwiegend ging es um die Veröffentlichung von Kontaktdaten (940 Fälle). In etwa 50 Fällen handelte es sich um schwerwiegendere Veröffentlichungen, wie die Preisgabe von Privatdaten, Chatverläufen, Korrespondenzen sowie Fotos von Pässen.

Betroffen sind zahlreiche Daten von Europa-, Bundes- und Landespolitikern der FDP, der Linken, den Grünen, der SPD und der CDU/CSU, wie auch Frank-Walter Steinmeier. Aber auch Daten von Prominenten wie Jan Böhmermann wurden nicht verschont.

Die Bundesregierung kündigt an, aus diesem Fall Konsequenzen zu ziehen und möchte in Zukunft die Cyber-Sicherheit verbessern. In Planung ist derzeit, in den nächsten Monaten unter anderem ein „Cyber-Abwehrzentrum plus“ zu schaffen.

Kategorien: Allgemein · Hackerangriffe
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Twitter soll Links sperren

7. Januar 2019

Der Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar forderte Twitter zur Sperrung von Links auf, welche im Zusammenhang mit der Veröffentlichung von Daten von Politikern im Internet auftauchten. Der für die Veröffentlichung genutzte Account ist zwar mittlerweile gesperrt, jedoch sind die auf anderen Plattformen befindlichen Daten noch über Links in Form von Retweets und Likes andere Nutzer frei und können somit noch weiterverbreitet werden. Caspar stellte Twitter deshalb auch eine Liste mit Shortlinks bereit, die gelöscht werden sollen. Bisher hat sich Twitter auf diese Aufforderung hin nicht gemeldet. In der deutschen Niederlassung in Hamburg war zudem kein Ansprechpartner erreichbar.

Nun wird versucht, mittels einer an Twitter gerichteten Anordnung, die rechtsverbindliche Sperrung der Links zu erzielen.

Dies wurde in Zusammenarbeit mit der irischen Datenschutzbehörde erwirkt, da sich dort der europäische Hauptsitz von Twitter befindet.

Hacker haben Daten zahlreicher deutscher Politiker veröffentlicht

4. Januar 2019

Deutsche Medien (rrb, Süddeutsche Zeitung, Zeit Online u.v.m.) berichten an diesem Morgen von einem großen Hackerangriff auf Daten zahlreicher deutscher Politiker.

Laut der Berichte wurden bereits seit Anfang Dezember letzten Jahres Daten von Bundestagsabgeordneten und Landespolitikern über einen Twitter-Account mit etwa 17.000 Followern veröffentlicht. Auf diesem wurden Kontaktdaten, wie Handynummern und Adressen, parteiinterne Dokumente, Einzugsermächtigungen und Kreditkarteninformationen von Familienmitgliedern, Rechnungen, Briefe und Chats mit Familienangehörigen veröffentlicht.

Betroffen sind Mitglieder aller im Bundestag vertretenen Parteien, mit Ausnahme der AfD. Laut rbb gehört der Account zu einer Hamburger Internet-Plattform.

Mit welchem Ziel die Daten geleakt wurden und aus welchen Quellen die Daten stammen ist bislang nicht bekannt. Ebenso ist unklar, warum der Hackerangriff erst gestern entdeckt wurde.

Der Hackerangriff macht wieder einmal die Relevanz von IT- und Datensicherheit deutlich und zeigt welche Auswirkungen bestehende Sicherheitslücken haben können.

EU-Richtlinie für schärfere Strafen bei Betrug im Rahmen von bargeldlosen Zahlungen

12. Dezember 2018

Am Dienstagabend haben sich Vertreter des Europäischen Parlaments, des Ministerrates sowie der Kommission auf einen Richtlinienentwurf geeinigt, um zukünftig mit einem schärferen Schwert gegen Betrugs- und Fälschungsfälle in Bezug auf den Umgang mit bargeldlosen Zahlungsmitteln wie Kredit- oder EC-Karten vorgehen zu können. Die Richtlinie umfasst dabei erstmalig auch die rechtswidrige Nutzung von virtuellen Währungen, wie z.B. Bitcoins oder die mobile Zahlung über Smartphones. Ziel der Richtlinie ist dabei die europaweite Harmonisierung von Mindeststrafrahmen bei Delikten, die die oben genannten Fälle der rechtswidrigen Datennutzung und Nutzung der Zahlungsmittel erfassen. Das Strafmaß reicht dabei, je nach Schwere des Delikts, von einem Jahr bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe.

Die Richtlinie erfasst zudem die Fälle, in denen Zahlungsdaten z.B. durch die Nutzung von Phishing-Mails, Skimming an Geldautomaten oder Terminals rechtswidrig erhoben und in der Folge rechtswidrig genutzt werden. Schätzungsweise werden mit solchen Betrugsfällen jährlich mindestens 1,8 Milliarden Euro rechtswidrig erwirtschaftet.

Die Richtlinie muss nun durch das Parlamantsplenum und dem Rat angenommen werden. Nach dem Inkrafttreten der Richtlinie werden die Mitgliedstaaten 2 Jahre Zeit haben, die Vorschriften in nationales Recht umzusetzen.

Emotet- Die gefährliche Schadsoftware

7. Dezember 2018

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat in den letzten Tagen häufig Meldungen von IT-Sicherheitsvorfällen erhalten, die im Zusammenhang mit der Schadsoftware Emotet stehen. Betroffene leiden unter Ausfällen der kompletten IT-Sicherheitsstruktur, die die Geschäftsprozesse erheblich einschränken und Schäden in Millionenhöhe nach sich ziehen.

Das BSI hat aus aktuellem Anlass neue umfassende Sicherheitsmaßnahmen empfohlen. Angepasst an die Zielgruppen Unternehmen und Privatanwender sind diese auf den Webseiten des BSI abrufbar unter https://www.allianz-fuer-cybersicherheit.de/ACS/emotet und https://www.bsi-fuer-buerger.de/BSIFB/emotet.

Mithilfe des sogenannten „Outlook-Harvesting“ ist Emotet in der Lage, authentisch aussehende Spam-Mails zu verschicken. Die Schadsoftware liest Kontaktbeziehungen und seit einigen Wochen auch E-Mail-Inhalte aus den Postfächern bereits infizierter Systeme aus. Weiterhin verfügt Emotet über die Möglichkeit weitere Schadsoftware bei bereits infizierten Systemen nachzuladen. Dadurch haben Angreifer Zugriff auf Zugangsdaten und erhalten einen vollständigen Remotezugriff auf das System.

Insbesondere der Banking-Trojaner „Trickbot“ wurde zuletzt nachgeladen, der sich u.a. über das Auslesen von Zugangsdaten (Mimikatz) und SMB-Schwachstellen (Eternal Blue/Romance) selbstständig in einem Netzwerk ausbreiten kann.

Frage-Portal Quora gehackt – Daten von 100 Millionen Nutzer kopiert

4. Dezember 2018

Derzeit warnen die Betreiber des Frage-Portals Quora rund 100 Millionen Nutzer per E-Mail, dass unbekannte Angreifer die Website erfolgreich gehackt haben. Dadurch haben sie nun Zugriff auf verschiedene Nutzerdaten. Quora hat den Vorfall am Freitag entdeckt. Die Eindringlinge konnten unter anderem Kontodaten (z. B. Name, E-Mail-Adresse, verschlüsseltes Passwort, aus verknüpften Netzwerken importierte Daten (sofern der Nutzer dies genehmigt hatte), Öffentliche Inhalte und Aktionen (z. B. Fragen, Antworten, Kommentare, positive Bewertungen), Nicht-öffentliche Inhalte und Aktionen (z. B. Fragen, Antwortanfragen, negative Bewertungen, Direktnachrichten) kopieren. Betroffen sind jedoch keine Kreditkartendaten und anonym verfasste Beiträge. Die Passwörter sollen nach Angaben der Website-Betreiber geschützt auf den Servern vorliegen.

Den Auskunftsdienst gibt es seit 2006. Dort kann man Fragen aller Art stellen, die von der Community beantwortet werden.

Quora hat die Strafverfolgungsbehörden in Kenntnis gesetzt und zusätzlich eine führende digitale Forensik- und Sicherheitsfirma eingeschaltet, die sie bei den Ermittlungen und den nächsten Schritten unterstützt.

 

Hacker erbeuten bis zu 500 Millionen Daten

Angriffe von Hackern auf IT-Systeme dienen oftmals der Erlangung personenbezogener Daten. Von besonderem Interesse und Wert sind dabei vor allem auch Kreditkarteninformationen. Nun wurde bekannt, dass der Marriott-Konzern, eine der weltweit größten Hotelketten, Opfer groß angelegter Cyberattacken wurde. Das Unternehmen gab bekannt, dass persönliche Daten von möglicherweise bis zu 500 Millionen Gästen gestohlen wurden. Im Mittelpunkt der Cyberattacken stand dabei die Tochtermarke Starwood, die von Marriott im Jahr 2016 für rund 13,6 Milliarden Dollar gekauft wurde. Zu  Starwood gehören unter anderem die Hotels Westin, St. Regis, Le Méridien und W Hotels. Nun wurde bekannt, dass die von den Starwood Hotels eingesetzte Datenbank zum Management von Gästereservierungen seit 2014 regelmäßig von Hackerangriffen betroffen war. Bei diesen Attacken wurden unter anderem Namen, Geburtsdaten, Passinformationen, E-Mail – Adressen und die Aufenthaltszeiträume von Hotelgästen entwendet. Darüber hinaus konnten die Hacker wohl auch von einigen Hotelgästen die in der Datenbank hinterlegten Kreditkarteninformationen, samt den zur Entschlüsselung notwendigen Daten, erlangen. Nachdem die Angriffe dem Marriott-Konzern intern bekannt wurden, wurden die zuständigen Ermittlungsbehörden eingeschaltet. Weiterhin kündigte Marriott an, dass die von der Cyberattacke betroffenen Hotelgäste zeitnah per Mail hierüber informiert werden würden und das die IT-Systeme der Tochtermarke Starwood ausgemustert werden sollen. Das Bekanntwerden dieser Datenpanne führte dazu, dass der Kurs der Marriott-Aktie kurzfristig um bis zu 6 Prozent nachgab.

IT-Sicherheit und Datenschutz in Kliniken: Mängel bereiten zunehmend Probleme

8. November 2018

Die Digitalisierung im Gesundheitswesen bringt einige Vorteile mit sich, so werden beispielsweise Möglichkeiten geschaffen, die Versorgung zu verbessern und die Arbeit effizienter zu gestalten. Dies stellte die Personalberatung Rochus Mummert Healthcare Consulting in einem neuen Gutachten heraus, in dem 360 Führungskräfte in deutschen Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen befragt wurden. Unter den Studienteilnehmern sind rund die Hälfte in öffentlich-rechtlichen Krankenhäusern beschäftigt, 20 Prozent in privatwirtschaftlichen und konfessionellen Krankenhäusern sowie circa 10 Prozent in freigemeinnützigen oder sonstigen Einrichtungen.

Rund 71 Prozent der Studienteilnehmer sind der Ansicht, dass die Digitalisierung in Kliniken und anderen Pflegeeinrichtungen die Versorgung der Patienten verbessern kann. Darüber hinaus sehen 64 Prozent die Möglichkeit zur Kosteneinsparung, insbesondere deshalb, weil die Digitalisierung dazu beitragen kann, unnötige Untersuchungen und Behandlungen zu vermeiden.

Jedoch stehen diesen positiven Auswirkungen der Digitalisierung auch erhöhte Risiken entgegen. So berichten 43 Prozent der Befragten, dass sie bereits Ziel eines Hackerangriffs geworden sind. Fast ein Drittel (31 Prozent) kann nicht ausschließen, schon einmal unbemerkt Opfer eines Cyber-Kriminellen geworden zu sein.

Bei den Daten in Klinken und Pflegeeinrichtungen handelt es sich überwiegend um sensible personenbezogene Daten, die besonders schutzbedürftig sind. Bei der zunehmenden Digitalisierung, die zwar erhebliche Vorteile mit sich bringt, dürfen Risiken, insbesondere die datenschutzrechtlichen Risiken, nicht außer Acht bleiben.

Um diesen Risiken entgegenzuwirken, muss mehr in die IT-Sicherheit und den Datenschutz investiert werden, beispielsweise durch umfassende IT-Sicherheitsprüfungen, Schulungen und weitere Schutzmaßnahmen, die einen Zugriff von außen durch unberechtigte Dritte verhindern.

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