LfDI BaWü Dr. Stefan Brink lässt seinen Vertrag auslaufen

29. Juli 2022

Der Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit (LfDI BaWü), Dr. Stefan Brink (FDP), wird seinen Vertrag zum Ende des Jahres nicht verlängern und sein Amt somit aufgeben. Dr. Brink hatte die Position des LfDI BaWü sechs Jahre inne. Somit wird spätestens zum Beginn des Jahres 2023 das Land Baden-Württemberg einen neuen LfDI BaWü benötigen.

Sechs prägende Jahre für den Datenschutz in Baden-Württemberg

„Das waren sechs großartige Jahre in Baden-Württemberg, wir haben eine Menge aufgebaut, das Bild und Ansehen des Datenschutzes weiterentwickelt“, so Brink.  

Im Laufe seiner Amtszeit ist die Dienststelle des Datenschutzbeauftragten zu einer Behörde mit mehr als 70 Planstellen gewachsen. Die wohl anspruchsvollste Aufgabe war die Umsetzung der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) seit Mai 2018. Zusätzlich brachte Brink auch viele andere Themen voran. Darüber hinaus waren auch einige seine hochdatierten Bußgelder wie beispielsweise gegen die AOK Baden-Württemberg aus dem Jahre 2020 (wir berichteten) aufgrund unzureichender Umsetzung von technischen und organisatorischen Maßnahmen von großem medialem Interesse. Aber auch vor der eigenen Landesregierung machte seine Behörde nicht halt. Erst kürzlich eröffnete er ein Verfahren gegen den baden-württembergischen Innenminister und Vize-Regierungschef. Darüber hinaus gründete die Behörde unter seiner Leitung ein Bildungszentrum für Bürger:innen und richtete eine Kulturstelle ein. Des Weiteren veröffentlichte er umfangreiche Arbeitshilfen, die Unternehmen und Vereinen bei der Umsetzung der DSGVO unterstützen sollen.

Dem Datenschutz auch weiterhin verpflichtet

Bevor Stefan Brink die Stelle des Landesbeauftragten für Datenschutz 2017 antrat, war er unter anderem als wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Bundesverfassungsgericht und in leitender Funktion beim Landesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit in Rheinland-Pfalz tätig.

Nun aber suche er eine neue Herausforderung. Dennoch werde er dem Thema Datenschutz auch weiterhin treu bleiben und ab dem kommenden Jahr von Berlin aus in einer privaten Tätigkeit das „Megathema Digitalisierung“ betreuen.

Der neue LfDI BaWü wird nun auf Vorschlag der Landesregierung vom Landtag neu gewählt.  

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