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Digitaler Euro: das Bezahlen sollte laut Verbraucherschützern anonym sein

6. August 2021

Europas Währungshüter prüfen seit einer Weile die mögliche Einführung eines digitalen Euros. In einer zweijährigen Untersuchungsphase soll es nun um Aspekte wie Technik und Datenschutz gehen. Ob ein digitaler Euro wirklich kommen soll, ist derzeit noch offen.

Ein digitaler Euro sollte Verbraucherschützern zur Folge so weit wie möglich die Vorteile von Bargeld abbilden. So schilderte Dorothea Mohn, vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) der Deutschen Presse-Agentur gegenüber, dass „Zahlungen in der digitalen Welt wie bei Bargeld auch anonym sein sollten“. „Kern muss der Schutz der Privatsphäre sein.“

Datenschutz sicherstellen

Die Europäische Zentralbank (EZB) betonte, in jedem Fall würde ein digitaler Euro das Bargeld nur ergänzen und nicht ersetzen. Den Verbraucherschützern bereitet der wachsende Einfluss von privaten Zahlungsdienstleistern Sorgen. Denn „verstärkt durch den Eintritt der BigTechs in den Markt für Zahlungsdienstleistungen und den Aufstieg von Open Banking, müssen Verbraucher damit rechnen, dass alle Zahlungen, die sie per Karte oder über eine der diversen digitalen Zahlungslösungen tätigen, systematisch ausgewertet und für kommerzielle Zwecke verarbeitet werden.“ so laut dem Papier des Bundesverbandes zum digitalen Euro.

„Ein digitaler Euro, der Datenschutz sicherstellt, kann Verbraucher vor kommerzieller Überwachung bewahren und sie unabhängiger von privaten Konzernen machen, die ihre Macht immer mehr ausweiten“, sagte Mohn weiter. Damit das gelinge, müsste bei einer digitalen Version der Gemeinschaftswährung die Privatsphäre der gesamten Wertschöpfungskette geschützt werden.

Zukunftssicheres Bargeld

Der vzbv fordert des Weiteren, dass ein digitaler Euro für alle Verbraucher zugänglich sein müsse. Zudem müsse man Zahlungsverkehr sicherer vor technischen Ausfällen machen. Zugleich müsse Bargeld zukunftsfest gemacht werden. Die größte Gefahr für das Bargeld und das Missbrauchspotenzial eines digitalen Euros liege in den Motiven von etwa Kreditkartenanbietern, Fintechs, der Kreditwirtschaft und des Handels. Für diese Interessengruppen sei es erstrebenswert, möglichst viele Kundendaten zu ergattern und umfangreiche Nutzerprofile zu erstellen. Barzahlungen würden da eher als lästig empfunden, da sie weniger / keine Daten generieren.

Schon vor Corona hatte sich der Trend zum Bezahlen ohne Scheine und Münzen in Deutschland und im Euroraum erhöht. Die EZB will auch eine Antwort auf den Aufstieg von Kryptowährungen wie Bitcoin und Ether geben. Der große Unterschied: Im Gegensatz dazu stünde ein digitaler Euro unter Aufsicht einer Zentralbank, die die Stabilität der Währung sichert.