Schlagwort: Schadsoftware

Ausspioniert durch Tablets und Smartphones: Vor diesen Modellen warnt die Sicherheitsbehörde

27. Februar 2019

Das Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt vor Schadsoftware auf neu gekauften Geräten.

Fachleute des BSI hatten über den Internethändler Amazon drei Billiggeräte bestellt. Getestet wurden das Tablet Eagle 804 von Krüger&Matz, das Smartphone S8 Pro von Ulefone und das Smartphone A10 von Blackview.

Dabei konnte nachgewiesen werden, dass das Tablet Eagle 804 im Auslieferungszustand über eine vorinstallierte Schadsoftware mit einem bekannten Command&Control-Server Kontakt aufnimmt.

Das Bundesamt spricht von der Möglichkeit, dass aufgrund der Schadsoftware Banking-Trojaner auf den jeweiligen Geräten Kontodaten ausspionieren können.

Eine manuelle Entfernung der Schadsoftware sei aufgrund der Verankerung im internen Bereich der Firmware nicht möglich.

Nicht nachgewiesen wurde die Schadsoftware bei den Smartphones Ulefone S8 Pro und Blackview A10 in ihrem aktuellen Auslieferungszustand. Allerdings ist die Schadsoftware in früheren Firmware-Versionen enthalten, also im Softwaregerüst des Geräts.

Die Hersteller boten diese auf ihren Webseiten als einzige Variante zum Download an. Es ist daher davon auszugehen, dass mit diesen Firmwareversionen ausgelieferte Geräte ebenfalls betroffen sind. Nach Angaben des BSI liegen Daten vor, die zeigen, dass über 20.000 Verbindungen unterschiedlicher deutscher IP-Adressen am Tag mit dem Server kommunizieren würden.

Die Hersteller der Geräte wurden über die Erkenntnisse vom BSI informiert.

Reagiert hat darauf der Hersteller Blackview , der am 27.02.2019 ein Firmware-Update für das Smartphone A10 bereitstellte. Das BSI hat das angebotene Update überprüft und seine Unbedenklichkeit bezüglich der Schadsoftware bestätigen können.

Amazon hat gegenüber dem BSI angegeben, die drei genannten Geräte nach der Kontaktaufnahme durch das BSI gegenwärtig aus dem Sortiment genommen zu haben.

Emotet- Die gefährliche Schadsoftware

7. Dezember 2018

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat in den letzten Tagen häufig Meldungen von IT-Sicherheitsvorfällen erhalten, die im Zusammenhang mit der Schadsoftware Emotet stehen. Betroffene leiden unter Ausfällen der kompletten IT-Sicherheitsstruktur, die die Geschäftsprozesse erheblich einschränken und Schäden in Millionenhöhe nach sich ziehen.

Das BSI hat aus aktuellem Anlass neue umfassende Sicherheitsmaßnahmen empfohlen. Angepasst an die Zielgruppen Unternehmen und Privatanwender sind diese auf den Webseiten des BSI abrufbar unter https://www.allianz-fuer-cybersicherheit.de/ACS/emotet und https://www.bsi-fuer-buerger.de/BSIFB/emotet.

Mithilfe des sogenannten „Outlook-Harvesting“ ist Emotet in der Lage, authentisch aussehende Spam-Mails zu verschicken. Die Schadsoftware liest Kontaktbeziehungen und seit einigen Wochen auch E-Mail-Inhalte aus den Postfächern bereits infizierter Systeme aus. Weiterhin verfügt Emotet über die Möglichkeit weitere Schadsoftware bei bereits infizierten Systemen nachzuladen. Dadurch haben Angreifer Zugriff auf Zugangsdaten und erhalten einen vollständigen Remotezugriff auf das System.

Insbesondere der Banking-Trojaner „Trickbot“ wurde zuletzt nachgeladen, der sich u.a. über das Auslesen von Zugangsdaten (Mimikatz) und SMB-Schwachstellen (Eternal Blue/Romance) selbstständig in einem Netzwerk ausbreiten kann.

Neue Polizei-App NIMes birgt datenschutzrechtliche Gefahren

7. Mai 2018

Polizeibeamte in Niedersachen können nun mithilfe der neuen App NIMes Textnachrichten, Audio-, Bild- und Videoaufnahmen austauschen, ohne dass jemand anderes darauf Zugriff hat. Nach Auffassung des niedersächsischen Landesdatenschutzbeauftragten besteht dennoch eine Gefahr hinsichtlich des Datenschutzes, da der größte Teil der Beamten die App auf ihrem Privathandy nutzen. „Wenn der Nutzer das auf dem privaten Mobiltelefon vorhandene Betriebssystem nicht fortlaufend durch Updates zur Virenabwehr aktualisiert, wird Tür und Tor für eine Infizierung der App mit Schadsoftware geöffnet“, sagte Datenschützerin Barbara Thiel.

Damit wäre es empfehlenswert die App nur auf Diensthandys zu installieren. Innenminister Boris Pistorius ist jedoch anderer Ansicht, da NIMes getrennt vom Betriebssystem läuft und damit in einem geschlossenen Benutzerkreis.

Die App hat eine wichtige Bedeutung in der Informationssteuerung bei Einsatzkräften. So können Polizeibeamte wichtige Informationen sicherer als bei der Nutzung von WhatsApp weiterleiten.

Als Pilotprojekt wird NIMes zunächst in Celle und Hannover-Mitte, sowie in der Zentralen Polizeidirektion eingesetzt.