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Google Chrome macht Vorschläge für mehr Datenschutz-Konformität

10. März 2021

Google Chrome ist momentan der meistgenutzte Browser und bietet zahlreiche praktische Funktionen für die Nutzer. Doch gerade im Bereich Datenschutz ist der Konzern hinter dem Browser nicht gerade auf dem Vormarsch. Durch zahlreiche Einstellungen und Add-ons lässt sich der Datenschutz der Nutzer bei der Verwendung von Google Chrome jedoch verbessern.

Welche Datenschutzeinstellungen sollten bei der Nutzung von Chrome ausgewählt werden?

Über das Chrome-Dreipunktmenü können unter dem Reiter „Einstellungen“ die Funktionen angepasst werden. Hier finden sich unter dem Reiter „Datenschutz und Sicherheit“ auch die Chrome Datenschutz Inhaltseinstellungen. Dort ist es möglich, gespeicherte Cookies sowie den Browserverlauf zu löschen und Berechtigungen im Hinblick auf die Nutzung der Nutzerinformationen durch die Websites zu konfigurieren.

Um die Datensparsamkeit des Chrome Browsers zu gewährleisten, sollte insbesondere auf folgende Punkte Wert gelegt werden:

  • Deaktivieren des automatischen Speicherns von Passwörtern
  • Deaktivieren des automatischen Ausfüllens von Zahlungsmethoden und Adressen
  • Deaktivieren der automatischen Vervollständigung von Suchanfragen und URLs
  • Deaktivieren des Sendens von Nutzungs- und Absturzberichten
  • Deaktivieren von Drittanbietercookies sowie das Aktivieren der Funktion „Do not track“
  • Aktivieren des Standardschutzes beim Safe Browsing, wobei die Funktion „Dabei helfen, das Web für alle sicherer zu machen“ deaktiviert werden sollte
  • Löschen der Browserdaten (insbesondere Cookies und anderen Websitedaten)
  • Die Websiteeinstellungen (unter anderem Zugriffsberechtigungen) sollten entsprechend eingestellt werden.

Zu den meisten der hier genannten Punkte wurde bereits eine detaillierte Schritt-für-Schitt-Anleitung veröffentlicht.

Welche Datenschutz-Add-ons sind für den Nutzer sinnvoll?

Dem Nutzer des Browsers stehen verschiedenste Add-Ons zur Verfügung. Darunter befinden sich beispielsweise uBlock, der Privacy Badger, Click & Clean sowie NoScript.

Der Chrome Browser in der Kritik

Google ist ein Konzern, der von der Auswertung seiner Daten lebt. Nur so ist die Einspielung von Werbung möglich. Dies ist aus der Sicht von Datenschützern problematisch. Dabei sendet Chrome standardmäßig Nutzungsstatistiken und Absturzberichte an Google, um den Konzern bei der Verbesserung seiner Produkte zu unterstützen. Was sich hinter dem unscharfen Begriff „Verbesserung der Produkte“ verbirgt und welche Daten Google dabei genau erhebt, wird den Nutzern gegenüber nicht kommuniziert. Die Angaben in der Datenschutzerklärung sind vage und enthalten nur eine beispielhafte Aufzählung zum Umfang der Nutzungsstatistiken „z.B. Informationen zu Einstellungen, zu Klicks auf Schaltflächen, Leistungsstatistiken oder zur Speicherauslastung“, welche weitgehend keine Webseiten-URLs oder personenbezogenen Daten enthalten sollen. Die Absturzberichte hingegen enthalten „Systeminformationen vom Zeitpunkt des Absturzes und unter Umständen auch URLs von Webseiten oder personenbezogene Daten, je nachdem, was zum Zeitpunkt passierte, als der Absturzbericht ausgelöst wurde.“ Darüber hinaus behält sich Google vor, diese Daten ohne Personenbezug mit Publishern, Werbetreibenden oder Webentwicklern zu teilen. Für die Nutzer ist anhand dieser Datenschutzerklärung jedoch nicht verifizierbar, ob der Konzern diese Versprechen einhält. Der Nutzer muss Google in diesen Punkten Vertrauen entgegenbringen. Zusätzlich sind in Chrome standardmäßig Google-Services für verschiedene Funktionen wie beispielsweise die Suche aktiviert. Werden diese Google-Dienste parallel zur Nutzung des Browsers verwendet, potenzieren sich die Daten, welche Google vom Nutzer erhält. Einen Überblick dazu gibt der Konzern hier.

Welche Datenschutz-Alternativen gibt es zu Chrome?

Trotz der dargestellten Datenschutzeinstellungen wird der Datenfluss zwischen Chrome und Google nie vollständig versiegen. Ist diese Tatsache für den Nutzer nicht zufriedenstellend, so existieren auf dem Markt einige Alternativen verschiedener Anbieter, deren Browser unterschiedliche Vor- und Nachteile haben:

Firefox

Firefox ist einer der beliebtesten Browser nach Google Chrome und präsentiert sich somit als sinnvolle Alternative. Nicht zuletzt aufgrund der fehlenden Kommunikation zwischen Firefox und Google ist der Browser deutlich datenschutzfreundlicher. Firefox verdient kein Geld mit Daten, Haupteinnahmequelle ist vielmehr die Integration voreingestellter Suchmaschinen. Eine gewisse Abhängigkeit besteht hier jedoch auch: Die Standard-Suchmaschine im Firefox-Browser ist Google. Hierfür zahlt der Konzern Mozilla mehrere Milliarden Dollar pro Quartal.

Brave

Brave nutzt wie viele andere Browser den vorgestellten Open-Source-Browser Chromium. Seine fehlende Bekanntheit wird ihm nicht gerecht, vereint er doch die Vorteile von Chrome mit einer herausragenden Datenschutzkonformität. So wird beispielsweise im Inkognito-Modus der Tor-Browser verwendet. Dabei wird nicht nur der Verlauf automatisch gelöscht, sondern das Surf-Verhalten wird durch die Umleitung über mehrere Server anonymisiert. Die Verbindungen sind dabei verschlüsselt.

Opera

Opera bietet durch viele Zusatzfunktionen zahlreiche Nutzungsmöglichkeiten. Es ist beispielsweise möglich, Messenger in den Browser zu integrieren, Mausgesten zu nutzen oder Tastenkürzel einzustellen. Erwähnenswert ist vor allem der integrierte Gratis-VPN. Die Verbergung des Standorts des Nutzers ist damit kein Problem mehr. Nutzern sollte aber bewusst sein, dass VPN-Anbieter den kompletten Datenverkehr einsehen können, der über ihre Netzwerke läuft.

Tor-Browser

Gerade beim Thema Datenschutz ist der Tor-Browser auf dem Vormarsch. Der Nutzer wird beim Surfen in der Regel über drei Server geroutet, die meist in verschiedenen Staaten stehen. Der Nutzer stammt dadurch für die besuchte Website bei jedem einzelnen Besuch aus komplett unterschiedlichen Regionen, sodass er weitestgehend anonym surft. Durch das Routing büßt der Browser jedoch an Geschwindigkeit ein, sodass Websites teilweise länger laden müssen als bei anderen Browsern.

Zusammenfassend:

Besonders datenschutzkonform ist Google Chrome zwar nicht, sein Einsatz kann jedoch mit einigen Kniffen deutlich datensparsamer als in der Standardinstallation gestaltet werden. Am Ende muss jeder für sich selbst entscheiden, welche digitalen Dienste er in Anspruch nimmt und wie viele Daten preisgegeben werden sollen. Das Vorstehende hat zumindest gezeigt, dass eine Nutzung des Browsers Chrome aufgrund der Existenz zahlreicher leistungsstarker Alternativen keinesfalls zwingend ist.

Firexfox schützt bald auch gegen Fingerprinting

18. April 2019

Firefox verbessert seinen Datenschutz fortwährend. So ist seit einiger Zeit bereits ein Tracking-Filter eingebaut worden. (wir berichteten)

In der noch aktuellen Version finden die Nutzer in der Rubrik „Browser-Datenschutz“ verschiedene Elemente, die die Aktivitätenverfolgung mindern sollen. Zum Zwecke des Privatsphärenschutz und schnellerer Ladezeiten können bekannte Tracker und auch Drittanbieter-Cookies blockiert werden. Diesen Schutz kann man derzeit nur im Privatmodus genießen.

Zeitnah bekommt Firefox zwei weitere Schutzfunktionen implementiert. Einerseits gegen Cryptomining und die andere Maßnahme soll gegen Browser-Fingerprinting schützen.

Beim Cryptomining klinken sich Skripte auf dem System ein, die dann lokale Ressourcen für Berechnungen anzapfen. Genau hier setzen einige Benutzer an und stellen die Rechnerleistung ihrer Computer zur Verfügung und „schürfen“ so Kryptowährung. Die Browser werden dann langsamer, der Verbrauch an CPU steigt, was dann wiederum den Akku eines Notebooks schneller leert und Stromkosten hochtreibt. Im Bereich „Benutzerdefiniert“ kann ein expliziter Schutz vor Cryptominern aktiviert werden. Bei dem Schutz vor Cryptominern arbeitet Firefox mit einer Block-Liste. Damit können bekannte Cryptominer-Domains erkannt und blockiert werden.

Beim Browser-Fingerprinting geht es darum, dass man Nutzer anhand von Browser- und Systemmerkmalen recht genau wiedererkennen kann. Dadurch können auch die Nutzer verfolgt werden, die sich einer gezielten Überwachung entziehen wollen, indem sie zum Beispiel Cookies löschen und Skripte blockieren. Ein neues Modul blockiert auch Domains, die für Fingerprinting bekannt sind. Beide Schutzmechanismen müssen explizit aktivieren werden.

Kategorien: Allgemein · Online-Datenschutz
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Firefox verbessert Datenschutz

4. September 2018

Ab sofort kann man eine neue Browser-Version von Firefox herunterladen – Firefox 62. Diese Version verbessert den Datenschutz und stellt mehr Tab-Einstellungen zur Verfügung.

Firefox verfügt zwar schon länger über einen eingebauten Tracking-Schutz. Dieser war jedoch bisher nur im Privatmodus voreingeschaltet. Jeder, der normal im Internet surft, muss diesen sogenannten „Schutz vor Aktivitätenverfolgung“ selbst einschalten. Diese Einstellungen sind zwar nicht schwer, erfordern aber einen Besuch in den Firefox-Einstellungen. Bei Firefox 62 kann man über das zentrale Firefox-Menü und einen simplen Schalter diese Einstellungen vornehmen. Damit ist das Aktivieren dieser Funktion nicht nur schneller und einfacher möglich, sondern viele Nutzer werden zudem daran erinnert, dass es diesen Schutz überhaupt gibt.

Auch Cookies und andere Websitendaten, die gespeichert werden, können schon länger gelöscht werden. Durch Firefox 62 ist es jetzt möglich, in der Adressleiste alle Informationen zur aktuellen Seiten einzusehen. Dort kann man Informationen zur Sicherheit der Verbindung finden, ob der Schutz zur Aktivitätenverfolgung ein- oder ausgeschaltet ist und kann Berechtigungen einsehen. Darüber hinaus wurde ein Löschknopf eingebaut, der Cookie- und Websitedaten sofort löscht.

In den Tab-Einstellungen können die Nutzer von Firefox 62 jetzt festlegen, welche Details in den neuen Tabs zu sehen sein sollen. Es ist möglich, bis zu vier Zeilen in den einzelnen Rubriken einzublenden (z.B. „wichtige Seiten“ oder „Pocket-Empfehlungen“). Am schnellsten erreicht man diese Einstellungen wie gehabt über ein neu geöffnetes Tab und einen Klick oben rechts auf das Zahnradsysmbol.

Firefox 22: Blocken von Tracking-Cookies

27. März 2013

Medienberichten zu folge plant Mozilla einen Patch von Firefox 22, welcher mehr Datenschutz für die Nutzer bringen soll.
In seiner kommenden Version solle er dem Vorbild von Safari folgen und sogenannte Drittanbieter-Cookies blocken. Solche Tracking-Cookies (oder Third-Party-Cookies) stammen nicht direkt von der besuchten Webseite und führen zu dem Phänomen, dass z.B. nach Besuch eines Online-Shops, bei späterem Besuch einer völlig anderen Website, das eben angeschaute Produkt angeziegt wird.
Die neue Firefox-Version solle es Werbetreibenden erschweren, über Third-Party-Cookies das Verhalten von Nutzern zu tracken und zu analysieren, indem nur noch die Website einen Cookie setzen kann, die gerade angesurft wurde und gerade nicht das Werbenetzwerk, mit dem die Seite zusammenarbeitet.
Bereits jetzt können Nutzer in den Browser Einstellungen Cookies von Dritten abweisen, was künftig per Voreinstellung geschehen soll, sodass die Annahme der Drittanbieter-Cookies standardmäßig abgestellt sein soll. Bis jetzt praktiziert nur Apples Safari-Browser eine solche Abweisung von Third-Party-Cookies.

Firefox wird in Zukunft Tracking-Cookies ablehnen

25. Februar 2013

Wie Jonathan Mayer, einer der Entwickler des populären Firefox Browsers, in einem Blogeintrag mitteilte, wird Firefox ab Version 22 in der Standardeinstellung nur noch sogenannte First-Party Cookies akzeptieren. Dabei handelt es sich um Cookies, welche von der explizit aufgerufenen Website gesetzt werden. Im Gegensatz dazu spricht man von Third-Party Cookies, wenn ein externer Dienstleister beim Aufruf einer anderen Website Cookies beim Nutzer hinterlegt. Solche Third-Party Cookies sollen in Zukunft nicht mehr durch den Firefox akzeptiert werden.

Für die Werbebranche stellt ein solches Vorgehen eine durchaus relevante Einschränkung dar, da einige der gängigen Trackingverfahren unter diesen Umständen nicht mehr funktionieren. Mike Zanei, seines Zeichens Leiter der Rechtsabteilung bei dem Internet Advertising Bureau (einer Lobbyvereinigung der Werbewirtschaft), bezeichnete das Vorhaben der Firefox Entwickler daher auch recht drastisch als „ersten Nuklearschlag gegen die Werbewirtschaft“.

Mayer weist hingegen in dem angesprochen Blogbeitrag darauf hin, dass die neue Firefox Haltung nichts weiter sei, als eine „entspannte Version“ dessen, was Apples Safari bereits seit mehr als einer Dekade so umsetze. Für die Zukunft kann Mayer sich jedoch vorstellen, den strikten Umgang mit Cookies auf andere Speichertechniken, wie HTML5 Web Storage, auszuweiten.

Zwischen den Zeilen lässt sich herauslesen, dass die Verwässerung und Missachtung des von Mozilla initiierten Do Not Track Ansatzes Anlass für den strengeren Umgang mit Cookies sein könnte. So zieht Mayer Ausnahmen von der generellen Ablehnung von Third-Party Cookies für solche Seiten in Betracht, die den Do Not Track Ansatz honorieren.